02.09.2026

Defibrillator für Bubesheim

Mindestens 59.800 Patientinnen und Patienten sind im vergangenen Jahr in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses nach einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand von Notarzt oder Rettungsdienst wiederbelebt worden. Die Zahl findet sich im aktuellen Jahresbericht des Deutschen Reanimationsregisters. Die Reanimationsquote durch Ersthelfende – also noch bevor der Rettungsdienst eintrifft – ist mit 53,5 Prozent an den Referenzstandorten ermutigend. Denn je früher interveniert wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Und da kommt der automatisierte externe Defibrillator (AED) ins Spiel. Ungefähr ein Viertel der Menschen mit einem außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand kann vom Einsatz dieses Geräts profitieren. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Überlebenschancen dieser Betroffenen sogar auf über 75 Prozent steigen, wenn innerhalb von drei Minuten nach Eintritt des Herzkammerflimmerns eine Defibrillation durchgeführt wird – also noch deutlich bevor der Rettungsdienst eintreffen kann.

Ein Gerät, dass die medizinische Notfallversorgung in Bubesheim stärkt. Über den Defibrillator freuen sich (von links): Bürgermeisterin Sandra Gußmack, Feuerwehrkommandant Achim Schrecker, der Ärztliche Direktor der Krieskliniken Günzburg-Krumbach, PD Dr. Gregor Kemming, und die Günzburger Lions-Präsidentin Miriam Albrecht.

Foto: Robin Albrecht

Dazu ist eine flächendeckende öffentliche Versorgung von AEDs notwendig. Die Landkarte im Landkreis Günzburg ist seit Kurzem wieder um einen weißen Flecken ärmer geworden. In Bubesheim ist am Feuerwehrgerätehaus ein Defibrillator installiert worden – ermöglicht durch eine großzügige Spende des Lions Club Günzburg. „Es ist uns ein Herzensanliegen, einen kleinen Beitrag zu leisten, mit dem Laien in den Stand gesetzt werden, Leben zu retten“, sagt Lions-Präsidentin Miriam Albrecht.

Darüber freut sich Anästhesie-Chefarzt PD Dr. Gregor Kemming außerordentlich, der als Ärztlicher Direktor der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, als Lions-Mitglied und engagierter Unterstützer der Region der Lebensretter Donau-Iller diese Investition für „so wichtig“ hält. Angst, das Gerät zu benutzen, brauche niemand haben. Schritt für Schritt würden Ersthelfer mit klaren Sprachansagen angeleitet, wie der Defibrillator zu bedienen sei. „Die schlechteste Entscheidung ist ganz eindeutig, nichts zu tun“, sagt der langjährige Notarzt Kemming.

Die Freiwillige Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Achim Schrecker begrüßt die Installation des „Defis“, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Der Standort sei zentral gelegen und jederzeit zugänglich, sodass das Gerät im Ernstfall schnell zur Verfügung stehe. Das „Plus an Sicherheit“ lobt Bubesheims Bürgermeisterin Sandra Gußmack. Dadurch werde die bestehende Rettungskette sinnvoll ergänzt und die medizinische Notfallversorgung in Bubesheim gestärkt.